Geburtstag – irgendwie ein komischer Tag. Am Vorabend geht man ins Bett und wenn man aufwacht, ist man ein Jahr älter. Klar „altert“ man über die jeweils letzten 365 oder 366 Tage und in manchen Phasen schneller als in anderen, aber so richtig und offiziell älter ist man eben erst an diesem Tag.
Ich bin Jahrgang 1980, also heute 46 Jahre alt geworden. Oder doch „jung geworden“? Man sagt ja, man ist so jung, wie man sich fühlt.
Mir ist heute gekommen, dass ich in 4 Jahren eine „5“ vorne stehen habe. Das ist irgendwie für mich so irreal. Wenn ich in mich reinfühle, dann bin ich weiterhin mitten in den 30ern oder von mir aus auch in den beginnenden 40ern. Wobei das nicht bedeuten soll, dass ich nicht altern will.
Im Gegenteil. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres, als die „Teenager-Spätlesen“, die auf Teufel komm raus jung sein oder zumindest wirken wollen. Das Leben ist, wie es ist, man wird älter, wird auch eines Tages mehr (hoffentlich) oder weniger (hoffentlich nicht) selbstbestimmt sterben – daran kann man einfach nichts (oder nur sehr wenig) ändern, genausowenig wie an körperlichen Veränderungen wie den Wechseljahren. Es lohnt sich also nicht, deswegen mit dem Schicksal zu hadern, das wäre vergeudete Energie.
Nein, es ist eher das „jünger Sein“, das im Kopf stattfindet. Da bin ich zumindest gefühlt noch recht weit vom tatsächlichen Alter entfernt. Und „altergerecht“ verhalten? Keine Ahnung. Ich halte es immer (oder versuche es zumindest) mit meinem Lieblingszitat von Seneca, einem alt-römischen, stoischen Philosophen: „Multum […] dabis, etiam si nihil dederis praeter exemplum.“ Wer jetzt nicht (mehr) so sattelfest im Lateinischen ist – hier kommt die Übersetzung: „Viel wirst du geben, wenn du auch gar nichts gibst als nur das Beispiel.“ Inhaltlich ähnelt es der Goldenen Regel „Was du nicht willst, …“, denn im Prinzip sollten die eigenen Handlungsweisen als Vorbild und eben Beispiel für andere dienen. Und man möchte sich ja nicht (noch mehr) über andere Leute aufregen, also heißt es, selbstreflektiert zu sein und sein Verhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern. Wobei wir natürlich alle wissen wie schwer es ist, liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern. Aber es müssen ja gar nicht immer die große Veränderungen sein. Manchmal reichen auch kleine Dinge wie das Annehmen des eigenen Alters. 😉
Für mich ist mit dem heutigen Tag auf jeden Fall die Feierphase des Jahreswechsels 2025/2026 vorbei und ich habe wieder Ruhe für die nächsten Monate. Hat durchaus auch was für sich, wenn man eher der Typ ist, der sich außerhalb der Arbeit mit lieber mit weniger als mit mehr Menschen umgibt.

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